Thunderbird 60+: funktionierendes Addon FireTray

Seit der Version 60 von Thunderbird funktioniert das alte und vielbenutzte originale Addon FireTray nicht mehr. Es ermöglicht, den Thunderbird in die Trayleiste zu verkleinern, wobei er nicht beendet wird, und im dortigen Symbol die Anzahl der neu eingegangen Mails anzuzeigen. Ein Klick auf dieses Symbol weckt Thunderbird aus dem Schlaf. Somit ist es möglich, das Mailprogramm ständig laufen zu lassen und keine Mail zu verpassen – zusammen mit Lightning gilt das auch für Termine. Für mich jedenfalls eine essentielle Funktionalität eines der wichtigsten Büro-Programme!

Vor einiger Zeit habe ich hier das ebenfalls für die Version 60 angepasste Plugin „MinimizeToTray Reanimated 1.4.4“ vorgestellt, das einen Teil dieser Funktionen hat. Leider ist das ziemlicher Krampf, weswegen ich es bald wieder entfernt habe und sogar auf den Thunderbird 52 zurückgegangen bin – ein wirklich unbefriedigendes Ergebnis! Auch das alternative zusätzliche Notifier-Programm Birdtray leistet nicht, was ich möchte, zumal die Konfiguration recht umständlich ist.

Nun habe ich heute beim Stöbern in der Community für Mozilla Thunderbird endlich eine Version von FireTray gefunden, die mit der derzeitigen Version 60.2 funktioniert. Sie muss zwar auf einem Linux-System (!) selbst kompiliert werden, aber das ist samt Download in 4 einfachen Schritten schnell erledigt. Danach liegt das AddOn als firetray-0.6.1.xpi vor und kann über „AddOn aus Datei installieren“ in den Thunderbird geholt werden. Die einzelnen Schritte sind in diesem Artikel gut dokumentiert.

Der Autor meint, dass die entstehende Datei (xpi) auch für Windows funktionieren sollte – das habe ich mangels Windows nicht getestet. Vielen Dank, geier4711 in der Community!

Autokennzeichen nicht verpixeln

Sehr häufig sieht man auf Bildern im Internet und in Filmbeiträgen, dass Autokennzeichen durch verpixeln unkenntlich gemacht werden – wohl in dem Glauben, sonst irgendwelche persönlichen Rechte zu verletzen. Das ist unnötig! In seinem Artikel in der „Autozeitung“ beschreibt Alexander Koch am 15.10.2018, warum das Unsinn ist: Autos können kein Urheber- oder Persönlickeitsrecht für sich geltend machen, ebensowenig der Besitzer des Autos für das Auto.

Phishing! EMail-Absender ist nicht DENIC

Eine EMail, die mich heute erreichte, hat den Betreff „Umgehende Verifizierung erfoderlich | DENIC eG“ und den gefälschten Absender „DENIC <>“ – also keine Mailadresse. Hier der Inhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Gemäß Art. 82 Abs. 1 der neuen Datenschutzverordnung müssen alle in der EU registrierten Domains reverifiziert werden.Die Verifizierung kann ganz einfach von Ihnen Online vorgenommen werden. Bitte folgen Sie dem untenstehenden Link und geben Sie Ihren Domainnamen ein um die Verifizierung durchzuführen.

http://www.dsgvo-verifizierung.com

Bitte beachten Sie, dass die Verifizierung innerhalb der nächsten 14 Tage durchgeführt werden muss. Die DENIC ist eine eingetragene Genossenschaft mit Sitz in Frankfurt am Main (daher sagt man auch „die DENIC“ und nicht etwa „das DENIC“). Bevor die Internet-Registrierungsstelle für .de im Jahr 1996 gegründet wurde, hat zuerst die Universität Dortmund, später die Universität Karlsruhe die .de-Endung verwaltet. Anders als viele andere Vergabestellen von Top-Level-Domains (.com, .org und viele mehr) ist die DENIC ein Non-Profit-Unternehmen, das als gemeinnützige Organisation anerkannt ist.

united-domains AG Gautinger Straße 10 82319 Starnberg Deutschland

Den eingefügten Link habe ich hier entschärft. Ich habe ihn im sicheren Tor-Browser unter Linux aufgerufen, es kam keine Verbindung zustande. Ich vermute, dass hier ganz plump Benutzerdaten abgegriffen werden sollten. Die sichere Markierung als Spam ist nicht ganz leicht, da es ja keine Mailadresse gibt, was technisch nur von Hackern bewerkstelligt wird. Die EMail ist nicht von der DENIC (hier ist heute seit dem 5.11.2018 auch eine entsprechende Warnung zu sehen!), sondern gehört in den Müll!

Thunderbird 60: Ersatz für FireTray

Achtung: Dieser Beitrag ist veraltet! Ich habe eine überarbeitete Version von FireTray gefunden, die bisher wirklich funktioniert. Hier gehts zum neuen Beitrag –>.


Ich habe jahrelang das FireTray-Addon benutzt, das nicht nur den Thunderbird in die Trayleiste minimiert hat, sondern mir auch gleich noch die Anzahl der neuen Mails in allen Konten anzeigte. Dieses AddOn wurde schon lange nicht mehr gepflegt, und mit Thunderbird 60 funktioniert es nun nicht mehr – auch nicht mit Trick 17, indem man die Kompatibilitätsprüfung ausschaltet.

Als zumindest ähnlichen Ersatz habe ich nun eine wiederbelebte Version von MinimizeToTray gefunden, die mir zwar nichts anzeigt, aber wenigstens den Thunderbird in den Tray minimiert (wie der Name schon sagt):

MinimizeToTray Reanimated 1.4.4

Noch ein Vorteil: Ein rechtsmäusiger Klick auf das Tray-Symbol ermöglicht es gleich, eine neue Mail zu schreiben oder das Adressbuch zu öffnen. Das spart Klicks.

Nun fehlt nur noch eine Anzeige bei neu eingetrudelten Mails. Der Ubuntu-eigene mail-notifier im Systemtray ist dafür nur bedingt geeignet, da er nicht mit Push funktioniert, sondern mit Polling alle x Minuten und er den Zustand auch nicht wirklich aktuell anzeigt.

Einsatz von curl und wget für Cronjobs

Neulich hatte ich das Problem, dass durch falsch konfigurierte Cronjobs auf einem Linux-Server dessen Plattenkapazität zu Ende ging und nichts mehr lief.  Es wurde festgestellt, dass wirklich Millionen gleichartiger Dateien in einem Verzeichnis lagen, die wie die gerufenen PHP-Scripte mit einer laufenden Nummer angehängt hießen. Zunächst dachten wir an Logfiles mit einem Timestamp, aber wer hätte die erzeugen sollen? Cron macht das nicht, das gerufene Script ebenfalls nicht.

In /etc/crontab standen die Aufrufe (schematisch) wie folgt:

1 1 * * 0  /usr/bin/wget http://domain/script.php

Das bewirkt aber, dass das Script script.php tatsächlich runtergeladen wird und da es ja schon da ist, wird dabei eine fortlaufende Nummer angehängt! Genau das ist die eigentliche Aufgabe von wget… Ich will das Script aber nicht haben, sondern ausführen!

Es fehlten nur geeignete Parameter, um Ausgaben und den Download zu unterdrücken. Dafür bieten sich zwei Möglichkeiten an:

1 1 * * 0 /usr/bin/wget -q [http://...] >/dev/null 2>&1

oder in der Wirkung äquivalent

1 1 * * 0 /usr/bin/curl --silent [http://...] >/dev/null 2>&1

Die dritte Möglichḱeit wäre hier gewesen, das PHP-Script  direkt aufzurufen, also PHP als CLI zu betreiben. Das schied aber hier aus, da sich das Script auf einem anderen Server befindet.


Danke an Matt Gutts mit seinem Beitrag „How to fetch a url with curl or wget silently“. Beachte auch die vielen ergänzenden Kommentare dort!

Dienste in Ubuntu automatisch starten

Hier wird gut beschrieben, wie ich in Ubuntu und Debian Dienste automatisch bei Booten starten kann oder dieses auch wieder entferne, Normalerweise wird das bei der Installation mit erledigt, aber wenn man z.B. einen anderen Webserver möchte, muss der bisherige künftig ausgeschaltet werden.

Quelle:
www.tippscout.de/ubuntu-dienste-automatisch-starten_tipp_5451.html

Um zum Beispiel beim Booten immer den mysql-Dienst zu starten, reicht

sudo update-rc.d mysql defaults

Dropbox installieren in Xubuntu 18

Dropbox Logo

In meinem eigenen Beitrag hier beschrieb ich im Februar 2016 die Mühen, die ich mit der Installation der Dropbox auf der damals noch laufenden Xubuntu-Version 14.04 hatte. Ich hatte es irgendwie hinbekommen, aber das war alles nicht so recht befriedigend. Wenig tröstlich war, dass ich anhand der Suchergebnisse sehen konnte, dass auch viele andere an der Aufgabe scheiterten.

Jetzt habe ich auch meinem Laptop ein Upgrade auf 18.04  verpasst – und prompt funktionierte die Dropbox nicht mehr. Das Symbol in der Taskleiste war wieder als „unbekannt“ dargestellt und blieb unbedienbar.

Für den Fall, dass Dropbox installiert ist und läuft:

dropbox stop rm -rf ~/.dropbox ~/.dropbox-dist sudo apt-get purge thunar-dropbox-plugin sudo apt-get autoremove

Dann neu installieren:

sudo apt-get install thunar-dropbox-plugin

Zum automatischen Start geeignet eintragen:

dbus-launch dropbox start -i

Also habe ich zunächst alles entfernt, was nach Dropbox aussah, und dann nach einigem Probieren diese Seite bei askubuntu.com  (englisch) gefunden, in der ein kurzer Weg beschrieben wird, der sogar sofort funktioniert. Hier die Zusammenfassung:

Nach einem Reboot sollte die Dropbox laufen und das Symbol in der Taskleiste sollte ordentlich aussehen und bedienbar sein.

Das „dbus-launch“ ist der entscheidende Hinweis! Alle anderen Wege, die so im Internet zu finden sind, scheinen voneinander abgeschrieben worden zu sein und funktionierten zumindest bei mir ausnahmslos nicht.

Skype für Linux – Fehlanzeige 2

Bereits im letzten Jahr habe ich hier beschrieben, dass Skype auf „älteren“ PCs (Hardware!) und Ubuntu 16.04 nicht funktionierte. Inzwischen habe ich das Upgrade auf Ubuntu 18.04 gemacht – und Skype funktioniert „anders nicht“. Man kann es problemlos installieren, egal ob als deb-Paket von der Skype-Website oder per „sudo snap install skype –classic“. Danach lassen sich die Nutzerdaten eingeben, das Hauptfenster startet und funktioniert, das Symbol in der Taskleiste erscheint und alles sieht gut aus.

Nur überlebt das den Neustart nicht. Mit etwas Glück erscheint das letzte Chatfenster von gestern. Schließt man das, merkt man, dass damit auch Skype selbst nicht mehr läuft. Startet man es händisch erneut, erscheint wie früher ein leeres Fenster, das beim Bewegen den Hintergrund „mitnimmt“ und sich nur mit kill, pkill oder xkill schließen lässt. Eine Meisterleistung von Microsoft, vielen Dank!

Upgrade Ubuntu 16 nach 18: einige Hürden

Die Entwicklergemeinde von Ubuntu hat es für gut befunden, einige beliebte Werkzeuge aus den Paketen ab 17.10 zu entfernen. Für manches gibt es Abhilfe, die ich hier kurz erwähnen und verlinken möchte. Der Beitrag wird fortgesetzt, wenn ich noch neues entdecke. Anregungen oder Korrekturen sind ausdrücklich willkommen, Fragen ebenso!

Pulseaudio Equalizer

Da meine Boxen eher mickrig sind und die Bässe nicht gut wiedergeben, habe ich immer den „Pulseaudio Equalizer“ benutzt, der der Klang merklich verbessert hat. Den gibt es nun nicht mehr. Ein guter Ersatz – wenn auch für mich viel zu umfangreich – ist pulseeffects, das allerdings über ein zusätzliches signiertes PPA eingebunden werden muss. Hier ist sehr gut beschrieben, wie die Installation geht (allerdings in englisch):

github.com/wwmm/pulseeffects/wiki/Package-Repositories#ubuntu-1710-and-newer

gksu / gksudo

Gksudo habe ich an einigen Stellen benutzt, beispielsweise beim Aufruf einer root-Shell über eine Tastenkombination, also nicht per sudo aus der Shell heraus. Aus Sicherheitsgründen oder warum auch immer wurde gksu / gksudo aus den Paketquellen entfernt, meine Shortcuts taten es nicht mehr.

Auf askubuntu.com beschreibt „N0rbert“ in seinem Beitrag einen kurzen und einen etwas längeren Weg der Nachinstallition des älteren Pakets, was bei mir prima funktionierte:

askubuntu.com/questions/1030054/how-to-install-an-application-that-requires-gksu-package-on-ubuntu-18-04
(konkret https://askubuntu.com/a/1030066)

Ein eleganterer und „richtigerer Weg, der sudo ausnutzt und nicht mit Tricks arbeitet, wird hier im Blog beschrieben!

Dropbox

Die Dropbox war auch unter Ubuntu 16 nicht ganz problemlos zu installieren, siehe hier. Bislang wurde die Dropbox wohl nicht für Ubuntu 18 angepasst, weswegen man die alten Pakete installieren muss. Wie das geht, steht hier (englisch):

www.linuxbabe.com/ubuntu/install-dropbox-ubuntu-18-04

Am Ende kam bei mir allerdings folgende nicht beschriebene Fehlermeldung:

Unable to monitor entire Dropbox folder hierarchy. Please run "echo fs.inotify.max_user_watches=100000 | sudo tee -a /etc/sysctl.conf; sudo sysctl -p" and restart Dropbox to fix the problem.

Das habe ich gemacht (Achtung, das sind eigentlich nur 3 Zeilen, die zweite ist überlang!):

dropbox stop
echo fs.inotify.max_user_watches=100000 | sudo tee -a /etc/sysctl.confsudo sysctl -p
dropbox start -i

Und schon lief die Dropbox wieder. Ich hoffe, auch nach dem nächsten Neustart…