(Bearbeitet 12.11.2025)
(Bitte die Ergänzung ⇓ beachten!)
Es wird immer wichtiger, seine Aktivitäten im Internet so gut es geht zu verschleiern. Dazu gehört vor allem die Verwendung eines ordentlichen VPN (Virtual Private Network), um den Datenverkehr zu verschlüsseln, über seine Art zu täuschen und den Standort zu verfälschen. Dazu sind vertrauenswürdige Server notwendig, die das alles managen und die in Ländern stehen, deren Gesetze keine Datensammlung erzwingen wie zum Beispiel in Ländern der 14-Eyes, besonders der Europäischen Union [1].
Zu verhindern ist also, der Sammelwut der Provider des Internets entgegenzutreten, die mittels Log-Dateien mitschreiben und ggf. auswerten, wann wir im Internet was gesucht, gefunden oder geschrieben haben und wo genau wir uns dabei befinden. In Zukunft sollen sogar ohne Anlass die Inhalte von Mails und Chats mitgelesen und ausgewertet werden können. Es droht die offene völlige Überwachung – nicht mehr nur zum legalen Zweck konkreter Strafverfolgung, sondern zur politischen und ideologischen Kontrolle.
Ich möchte hier ein paar Anregungen geben, die ich selbst umgesetzt habe. Wenn die geneigten Leser nützliche Kommentare dazu liefern, werde ich mich sehr freuen!
Hinweis: Neben einem VPN ist die Verwendung eine anderen als vom Internet-Provider vorgegebenen DNS-Servers sinnvoll, damit die Anfragen nicht von diesem protokolliert werden können. Dazu habe ich schon früher was geschrieben [7].
Umsetzung eines VPN
Ich habe viele kostenlose Tools ausprobiert, die sich einfach installieren und einstellen lassen. Mehr als ein manchmal etwas erfolgreicher Test ist nicht dabei rausgekommen, aber immerhin die Erkenntnis, dass die dabei verwendeten Verbindungen über ausländische Server recht langsam und unzuverlässig waren, was wohl vor allem am „kostenlos“ lag. Es muss ein erheblicher technischer Aufwand betrieben werden, und den gibt es nun mal nicht zum Nulltarif!
Also habe ich mich dann nach einer Alternative umgesehen und bin letztlich bei Surfshark [2] geblieben. Es gibt eine ganze Reihe guter Anbieter [4], die sich im Preis oder in der Anzahl der nutzbaren Geräte unterscheiden. Mir war wichtig, dass ich 3 Android-Geräte und 2 PCs mit Linux und Windows einbinden kann. Surfshark kann das, lässt sich auch von weniger systemkundigen Nutzern handhaben (wenn es einmal eingerichtet ist) und kostet mich derzeit etwa 70 € für 2 Jahre.
Ein Hinweis dazu, was die eingesetzte Software leisten sollte: Es gibt 3 verschiedene sogenannte Protokolle, womit ein VPN realisert wird: Wireguard, OpenVPN und IKEv2. Surfshark bietet alle diese an. Allerdings ist Wireguard das modernste, das auch ständig weiterentwickelt wird – es ist am schnellsten und wegen der guten Verschlüsselung das sicherste.
Achtung: Ich habe mit Wireguard Probleme bekommen, indem der Start des Systems sehr lange dauerte. Es ging dann, aber irgendwas zickt. Hier sind mal noch zwei Quellen zum Nachlesen [8] [9] und viele mehr – einfach „Surfshark Linux“ in die Suchmaschine schreiben. Nachtrag: Die Installation von Wireguard hatte mir das Netzwerk irgendwie verbogen – ich habe es komplett neu aufsetzen müssen!
Zur Kontrolle der gelungenen Verbindung kann man die Website https://iplocation.io verwenden, auf der detailliert die Daten zu lesen sind, die jemand „von außen“ zu sehen bekommt: den gefälschten Standort, die IP und keinesfalls den Provider, über den man ins Internet geht.
Surfshark mit Android
Die Einrichtung von Surfshark auf einem Android-Smartphone ist denkbar einfach. Die Lizenz habe ich über die Website gekauft und damit die Zugangsdaten für mein Konto erhalten. Die App ist im App-Store frei erhältlich und problemlos zu installieren. Dann muss man sich lediglich für einen guten Serverstandort entscheiden (siehe oben!) und die App einmal damit konfigurieren – ich habe mich für Island entschieden und als Ausweichlösung die Tschechische Republik (die sich bezüglich Internet sehr neutral verhält) und die Schweiz (die sich leider der EU immer mehr annähert).
Wichtig ist, die App automatisch starten zu lassen und bei Ausfall eines VPN-Servers den Internet-Verkehr zu stoppen. Die App liefert mehrere Widgets für den Homescreen mit, auch eines, mit dem ich VPN mal stoppen oder zeitlich begrenzt pausieren kann – manche anderen Apps brauchen den direkten Zugang, beispielsweise manche Software für Banking.
Surfshark mit Linux
Für Linux ist mir keine fertige Lösung für Surfshark bekannt. Man muss also selber Hand anlegen und braucht dafür ein paar Kenntnisse in der Netzwerk. Man kommt also nicht daran vorbei, sich für die benutzte Distribution einzulesen oder die Einrichtung jemandem zu überlassen, der sich damit auskennt.
Surfshark bietet zum Glück gute Werkzeuge auf der Website [3], so auch die Generierung der nötigen Schlüssel und damit der Konfigurationsfiles (*.conf) für den Linux-Netzwerkmanager – damit hat man in Minuten einen fertigen Eintrag, den man auswählen kann.
Es gibt fertige Lösungen für Linux, die man hier [10} finden kann, z. B. für Ubuntu mit SNAP, was nicht jedem gefällt: https://snapcraft.io/surfshark. Ich bevorzuge die Zu-Fuß-Methode über den networkManager, bei dem ich die angebotenen vorgefertigten Konfigurationsfiles für alle Standort benutze (ich nehme nur Island und Norwegen wegen der Nicht-Zugehörigkeit zur EU).
IPv6 abschalten!
Mit dem Online-Werkzeugen IP Location lassen sich viele Daten abrufen, die zeigen, welche Informationen andere Benutzer im Internet von mir, also meinem Anschluss sehen. Neben meiner öffentlichen IP-Adresse (also nicht die in meinem Heim-Netzwerk) [5] vor allem auch meinen davon abgeleiteten geografischen Standort und meinen Internetprovider (der weitere Daten über mich sammelt…).
Das eingesetzte VPN verschleiert die „kurze“ IPv4-Adresse und verlegt sie in meinem Fall nach Island mit einem unbekannten Provider. Die „lange“ IPv6-Adresse bleibt aber unberührt – damit ist mein tatsächlicher Standort ungefähr sichtbar und auch mein Provider! Also darf man die IPv6-Adresse nicht benutzen. Das muss man dem System explizit anweisen, denn der Standard ist heute, dass sie benutzt wird.
Für Linux ist das hier [6] sehr gut beschrieben und mit der nötigen Vorsicht auch umsetzbar. Danach sind die verräterischen Angaben von außen nicht mehr sichtbar.
Wie das mit Windows gemacht wird, weiß ich nicht…, tut mir leid. Es ist sicher auch keine Raketenwissenschaft, aber ich arbeite eben nicht mit Windows. Auch hier gilt also: Lesen bildet und sicher kann ein bewanderter Freund helfen.
Nachtrag: Ich habe jetzt im NetworkManager bei den VPN-Verbindungen sowohl bei IPv4 als auch bei IPv6 „automatisch“ stehengelassen und es geht – der heimische Standort und Provider sind mit iplocation.io nicht mehr sichtbar. Vielleicht ein Effekt irgendwelcher Updates?
Ergänzung
VPN dient nur der möglichst guten Verschleierung des Standortes, dem Vorspiegeln eines fremden Standortes und „nebenbei“ der Verschlüsselung des Datenverkehrs.
Eine sinnvolle ist es, das eigene Suchverhalten und die Aufrufe ebenfalls zu verschleiern und möglichst nicht nachvollziehbar zu machen. Gebe ich in die Suchzeile eines Browsers einen Begriff oder eine Adresse ein, verbindet sich er Computer über einen DNS-Server mit dem Internet. DNS: Der „Domain Name Service“, der aus einem Anfrage im Klartext (Adresse oder Suchanfrage) die IP-Adresse eines Knotenpunkts macht, der meine Anfrage entgegen nimmt. Und genau diesen Vorgang verlangen die Spione der EU und diverser geheimen Dienste zu protokollieren und aufzubewahren, um mein Verhalten auswerten zu können! Das gilt es zu verhindern.
Dazu gehören:
- Browser, EMail- und andere Dienstprogramme, die eine verschlüsselte Verbindung ermöglichen (heutzutage können das fast alle)
- Eintragung eines DNS-Servers in meine Netzwerk-Installation, der nichts protokolliert, also aufbewahrt. Wie das geht, ist sehr abhängig vom Betriebssystem oder idealerweise vom Router, der meine Verbindung zum Internet herstellt. Mobilfunk kann das auch, siehe hier für Android.
- Verschlüsselungen und Signierung von E-Mails und sichere Mailserver möglichst im Nicht-EU-Bereich
- Merke: Kostenlose oder billigste Lösungen taugen zwar etwas zum Probieren, aber oft nicht für den Dauereinsatz (Mängel, Geschwindigkeit). Das gilt nicht für die Mehrzahl der freien DNS-Server.
[1] „14 Eyes“ und die Vorläufer: https://tuta.com/de/blog/fourteen-eyes-countries
[2] Surfshark Startseite: https://surfshark.com/de
[3] Surfshark manuelle Einrichtung Linux: https://my.surfshark.com/vpn/manual-setup/main
[4] einige VPN-Anbieter: https://www.chip.de/artikel/VPN-Test-Die-besten-Anbieter-im-Vergleich_182800063.html
[5] IP-Adressen: https://www.heise.de/tipps-tricks/IPv4-und-IPv6-Was-sind-die-Unterschiede-6114077.html
[6] IPv6-Adresse abschalten: https://blog.devilatwork.de/linux-ipv6-deaktivieren/
[7] Freie DNS-Server: im Smartphone, Liste mit Servern, im Smartphone
[8] Surfshark unter Linux: https://www.linuxnest.com/surfshark-linux-guide/
[9] Surfshark unter Linux: https://linuxvox.com/blog/surf-shark-linux/
[10] Fertige Surfshark-Lösungen unter Linux: https://snapcraft.io/surfshark

