Ubuntu: Nachinstallation des Network Manager (2)

Ich beziehe mich hier auf meinen Artikel “Ubuntu: Nachinstallation des Network Manager (1)“, weil ich einiges ergänzen muss.

Denn so, wie ich es dort beschrieben habe, funktioniert es unter Umständen nicht. Nämlich dann, wenn nicht nur der NetworkManager deinstalliert wurde, sondern auch Netplan deaktiviert wie hier beschrieben. Und dann muss man Netplan auch erst wieder einrichten, wie es hier beschrieben wird, aktivieren und den Rechner neu starten (damit GRUB durchlaufen wird). Bei diesem Schritt bitte beachten: “sudo update-grub” wird gern vergessen…

Ich habe jetzt gerade nochmal alles, alles, alles von vorn gemacht und siehe da, es scheint zu spielen. Ich habe ein paar VPN-Verbindungen über ProtonVPN und FreeVPN eingerichtet und sie funktionieren!

Aber ich würde mich über weitere Hinweise in Kommentaren sehr freuen, denn es war wirklich eine schwierige Geduldsübung.

Thunderbird 78 und Google

Ich benutze Thunderbird unter Xubuntu 20 und bis eben in der Version 68. Für die Synchronisation der Kontakte und und Kalender bei Google (wegen Smartphone) waren die Addons gContactSync und Provider für Google Calendar zuständig. Das war praktikabel, aber nicht sehr schön – die Anbindung an Google musste über zwei getrennte Verwaltungstools erfolgen, obwohl die sich ja auf den selben Account bei Google bezogen.

Vorhin habe ich Thunderbird ein Upgrade auf die Version 78 verpasst (über ppa:ubuntu-mozilla-security/ppa) und damit flogen unter anderem die beiden genannten Addons als nicht mehr kompatibel raus.

Zum Glück gibt es schon länger das Addon TbSync, das auch schon bei TB 68 funktioniert.

TbSync ist eine zentrale Benutzeroberfläche zur Verwaltung von Cloud-Konten und zur Synchronisierung ihrer Kontakt-, Aufgaben- und Kalenderinformationen mit Thunderbird.

Also genau das Richtige. Also installiert, dabei musste noch das zusätzlich erforderliche Addon Provider für CalDAV & CardDAV zugefügt. werden… und dann habe ich erstmal enttäuscht geguckt: Google wird nicht mehr unterstützt! Wie das?

Google wird nicht mehr offiziell unterstützt. Bitte fordern Sie keinen Google-Support mehr an. Kommentare zu Google sind unzulässig.

Das klingt endgültig. Offenbar hat es irgendeinen Streit mit Google gegeben. Aber immerhin habe ich zufällig einen Hinweis hier im Forum gefunden, der die Situation rettet. Man gehe in die erweiterte Konfiguration von Thunderbird und suche (oder füge ein) den Schlüssel

extensions.dav4tbsync.googlesupport = true

Und siehe da: Über Extras – AddOn-Einstellungen – TbSync konnte ich nun nicht nur mein eigenes Google-Konto eintragen, sondern auch gleich noch ein fremdes. So muss ich nicht mehr den fremden Kalender auf der Google-Website einfügen und dann von dort in TB/ aufrufen, sondern kann das mit einem Aufwasch erledigen.

Danke an John Bieling (jobisoft im Forum), den Entwickler von TbSync!

Android: Berechtigung “Rückrufnummer” fehlt

Ich benutze ein Huawei P8 Lite 2017 mit Android 8.

Eine zeitlang habe ich bei diversen installierten Apps oder während der Installation – und scheinbar häufiger werdend – eine Fehlermeldung bekommen mit folgendem Inhalt:

Diese App funktioniert nur dann richtig, wenn du den Google Play Diensten Zugriff auf Folgendes gewährst:

Rückrufnummer

Um fortzufahren, gehe zu Einstellungen / Berechtigungen und aktiviere alle aufgelisteten Optionen.

Auch wenn mir die Option “Rückrufnummer” rätselhaft schein, folgte ich dem enthaltenen Link und sah die fraglichen Einstellungen:

Nur “Telefon” passte irgendwie zum genannten Fehler, aber das war eingeschaltet. Bei verschiedenen Apps kann diese Liste anders aussehen, aber “Telefon” war immer dabei.

Nach Recherchen im Internet und der passenden Newsgroup stieß ich dann auf einen Hinweis, der zwar seltsam klang, aber auch bei mir funktioniert hat. Man möge eben diese Berechtigung “Telefon” bei den Google Play Diensten ausschalten, die Warnung wegen drohender Funktionsunfähigkeit ignorieren und die Option gleich wieder einschalten. Einige empfehlen noch einen abschließenden Neustart, was ja sowieso ab und zu mal nützlich ist.

Fazit: Zum Einen handelt es sich um einen Übersetzungsfehler – es heißt nicht Rückrufnummer, sondern Telefon. Zum anderen: Dass diese Berechtigung zwar eingeschaltet ist, aber nicht funktioniert, und dass einfachen ein- und ausschalten den Fehler behebt, ist für mich klar ein Bug. Der zudem nicht neu ist, sondern anscheinend seit Jahren bekannt und unabhängig von der Android-Version.

Thunderbird: Sortierung nach Datum

Ich bevorzugen in Thunderbird die nach Datum absteigende Sortierung ihrer Mails, so dass die neuen Mails oben erscheinen. Im Gegensatz zu den News-Threads innerhalb einer Gruppe, die ja sowieso nach unten aufklappen. Der Standard zeigt die Mails aufsteigend sortiert an, was bei vollen Ordnern mühsam ist, denn dadurch muss man weit runter scrollen.

Natürlich lässt sich die Einstellung leicht durch einen Klick in den Spaltenkopf von “Datum” ändern, Setze ich meinen Thunderbird neu auf oder erstelle ein neues Profil und lasse die .Inhalte der IMAP-Konten wieder einlesen, habe ich in meinen vielen Dutzend Ordnern alles “falsch rum” und müsste überall in den Spaltenkopf klicken, um die Reihenfolge umzudrehen.

Aber es geht einfacher über eine Einstellung in der Konfiguration.

  1. Extras/Bearbeiten *) – Einstellungen – Erweitert – Allgemein – “Konfiguration bearbeiten”
  2. Ggf. die folgende Warnung mit “Ich werde vorsichtig sein, versprochen!” bestätigen
  3. nachdem Schlüssel mailnews.default_sort_order suchen und nach Doppelklick den Wert auf 2 ändern (1 = aufsteigen (default), 2 = absteigend)
  4. Konfiguration schließen schließen, die Änderung wirkt sofort

*) Extras: Windows, Bearbeiten: Linux

Ich habe es eben probiert mit der Version 68.10.0 (64-Bit) für Linux, das gilt aber auch schon für frühere Versonen.

Backup unter Linux

“Wer Backups erstellt, ist feige!”

Tatsächlich kenne ich nur wenige PC-Benutzer, die einigermaßen regelmäßig oder sogar automatisiert Backups ihres gesamten Systems oder wenigstens der Nutzdaten erzeugen und sicher weglegen. Vielleicht wird mal ein kleines Projekt auf einen USB-Stick geschrieben, aber das ist oft schon alles.

Irgendwann aber ist der Stick kaputt, die DVD zerkratzt, die externe HD geht nicht mehr oder der oft auch noch ausländische Cloud-Provider schließt seinen Dienst (oder die Zugangsdaten sind weg).

Diese in Kauf genommene Unsicherheit mag auch daran liegen, dass geeignete Software dafür nicht unbedingt für ungeübte Benutzer geeignet oder teuer ist. So wird das nötige Backup schnell als Stiefkind betrachtet oder eben einfach unterlassen.

Linux

Für Linux gibt es neben der ganz-zu-Fuß-Variante rsync (Systemkommando mit unzähligen Optionen) beispielsweise “Timeshift” oder“Back in Time”, die beide auf rsync basieren und sozusagen eine Bedienoberfläche dafür darstellen, dabei kostenlos sind, aber doch besser fachkundige Hilfe beim Einrichten benötigen.

Ich habe sowohl “Timeshift oder “Back in Time” probiert. Die Einrichtung von “Timeshift” scheint mir etwas aufwändiger und für Laien weniger verständlich, zumal es kaum ordentliche Doku gibt 1, 2. “Back In Time” funktioniert intern sehr ähnlich, ist aber etwas leichter einzurichten und kann zudem den PC runterfahren, wenn das Backup fertig ist 3, 4

Andere Systeme

Windows-Software zum Beispiel von Acronis (True Image) ist sicher ausgezeichnet, kostet aber auch schon für Privatanwender einen knappen Fünfziger – allerdings gibt es das eben nur für Windows (also für die meisten PCs…). Fürür Windows gibt es sogar “on board” Lösungen für Nackups wie diese hier t-online.de/digital/software/id_84677644/daten-sichern-so-erstellt-windows-10-automatisch-backups.html.

Natürlich gibt es auch für Macintosh-System als UNIX-Abkömmling ordentliche Lösungen, die mir aber ebenfalls nicht näher bekannt sind. Als Beispiel ist mir “Time Machine” ein Begriff, das in Verbindung mit der iCloud arbeiten kann.

Cloud

Zusätzlich zu dieser Form des Backups mindestens zweimal im Monat je nach Arbeitseifer nutze ich auch diverse Cloud-Dienste zu Sicherung. Ursprünglich hatte ich auf die beliebte Dropbox gesetzt – da diese aber in den USA gehostet wird und sich somit jeder europäischen Kontrolle entzieht, verwende ich sie nur noch in Ausnahmefällen zum Austausch.

Alternativ habe ich mit die Magenta-Cloud der Deutschen Telekom eingerichtet (hier beschrieben) und die in der Schweiz ansässige pCloud. Letztere unterliegt zwar nicht dem Datenschutzrecht der EU, aber naja, in der Schweiz sind angeblich auch Bankkonten sicher… Das Laufwerk von Google (Google Drive, hier beschrieben) habe ich ja sowieso wegen der Android-Geräte und nun auch auf dem Desktop, allerdings nutze ich das kaum – eigentlich nur als Ziel automatischer Backups diverser Websites.

Fazit

Es gibt also eine ganze Menge Möglichkeiten der Datensicherung für zwischendurch oder auch dauerhaft, die allesamt bedeutend besser sind als gar nichts! CDs oder DVDs zählen für mich kaum noch dazu, außer vielleicht als Musikträger für’s Auto – meine ersten CDs sind über 25 Jahre alt und zu einem Teil trotz guter Lagerung nicht mehr lesbar. Und USB-Sticks haben mit “sicher” wenig zu tun, da die meisten billige Massenware sind – wenn ich etwas mitnehmen will, habe ich zwei solcher Sticks dabei, einer wird schon gehen.

Ich bleibe bei “Back In Time”. Zum Einen, weil ich es ohne zusätzliches Fremdpaket (PPA) in meinem Xubuntu 18.04 installieren konnte. Zum Anderen, weil es nach Fertigstellung des Backups meinen Rechner runterfahren kann – dann muss ich nur noch irgendwann die USV ausschalten. Die übrigens auch ein Teil des Sicherungskonzepts ist: Ein Stromausfall könnte alle Daten auf der Festplatte unbrauchbar machen.


Beispiele Doku für “Timeshift”:
1 linux.org/threads/timeshift-system-backups8863
2 wpavel.de/linuxhelfer/timeshift.php#1 (deutsch)

Beispiele Doku für “Back In Time”:
3 backintime.readthedocs.io/en/latest
4 lifehacker.com/back-in-time-does-full-linux-backups-in-one-click-5212899